"Ze" Heilung in den unsichtbaren Welten
ein Film von Sebastian Elsaesser und Kamal Musale
Der Film Ze – Heilung in den unsichtbaren Welten – wurde in Anwesenheit
des Urhebers Sebastian Elsaesser in
Berlin aufgeführt. Die kurze Einführung in die Thematik sowie das an den Film
anschließende Gespräch schufen einen sinnvollen und ergänzenden Rahmen. Sebastian
Elsaesser arbeitete und arbeitet als Psychotherapeut. Der Film entstand als Teil
seines Initiationsweges auf der Suche nach Heilung von seiner drohenden
Erblindung. Auf diesem Weg gelangte er zu als Medien arbeitenden HeilerInnen in
Brasilien, deren Körper während ihrer Heilungsarbeit von Geistern verstorbener
deutscher Ärzte besetzt werden. Die Arbeit der HeilerInnen ist gesellschaftlich
anerkannt. Ein wichtiger Aspekt hierbei ist, dass die Tradition Brasiliens ganz
selbstverständlich die Anwesenheit von Geistwesen in der Welt voraussetzt.
Sebastian Elsaesser lebte über einen langen Zeitraum in Brasilien, tauchte
ein in die Kultur und wandelte im Laufe seiner Initiationszeit seine Lebensart,
seinen Blick auf die Welt im Allgemeinen und auf Krankheit im Besonderen. Er
lebt Krankheit als Chance und Weg. Erst Jahre später entsteht der Film, den ich
als große Bereicherung zum Thema „Heilweisen“ sehe.
Der Film ist persönlich und verlangt uns, die wir kulturell bedingt einen gänzlich
anderen Zugang zur Welt und somit auch zu Gesundheit - Krankheit - Heilung haben,
ein hohes Maß an Öffnung für andere Sichtweisen und Ebenen ab. Der Film geht
über jene Grenzen hinaus, die in der westlichen Gesellschaft die Norm bilden. Der
Film bewegt. Der Film löst Widerstand aus, wie ich wahrgenommen habe. Der Film
bietet Raum für neue Fragen und dafür, sich nachhaltig bewegen zu lassen.
- Reviewed by Magdalena Mechtisade