WHALE RIDER – ein weiterer wundervoller Film

Der Film handelt von Traditionen und Tabus und davon, daß Tabus manchmal gebrochen werden müssen, um den Traditionen neues Leben zu geben.

Paikea ist ein Mädchen und eigentlich dürfte sie gar nicht Paikea heißen. Denn dieser Name ist den erstgeborenen Söhnen vorbehalten, die in direkter Linie von dem Urahnen Paikea, dem ersten Walreiter, abstammen.
Einst kamen die Maori vom tausende Seemeilen entfernten Hawai’i mit ihren Kanus über den Südpazifik nach Aotearoa (Neuseeland). In Whangara an der Ostküste führen die Menschen ihren Ursprung auf den einst gekenterten Urahnen zurück. Er wurde von einem Wal gerettet. Koro, der heutige Stammesführer setzt alle Hoffnung auf ein besseres Leben für den Stamm in die Geburt des nächsten Paikea. Aber alle seine Hoffnungen werden zunichte als bei der Geburt nicht nur die Mutter, sondern auch der auserkorene Erbe sterben. Nur seine Zwillingsschwester überlebt, Koros Enkelin. Gegen den Willen des Großvaters erhält sie den Namen Paikea.

Als Paikea zwölf Jahre alt ist will Koro unter den Jungen ihres Jahrganges den neuen Walreiter ermitteln. Dazu werden diese in den alten Traditionen unterrichtet, in den Gesängen, den Ritualen und den Kampftechniken. Paikea wird dies vom Großvater verwehrt und sie hat viele harte Auseinandersetzungen mit ihm, denn sie liebt ihn und ist überzeugt, daß auch er sie liebt. Aber Koro ist sehr streng und traditionsbewußt. So lernt Paikea heimlich und mit Unterstützung ihrer Großmutter und anderer Verwandter alles was ein Walreiter wissen muß. Und sie ist bald besser als die Jungs.

Eines Nachts strandet ein Walrudel an der Küste von Whangara und nur ein Walreiter kann sie retten. Oder eine Walreiterin?

Im Mittelpunkt des Films steht diese Geschichte, in den Bildern erfahren wir aber noch mehr. Wir sehen die Armut der Maori und wir sehen die Hoffnungslosigkeit der Menschen in einer Kultur, die ihrer Wurzeln und ihrer Eigenständigkeit beraubt wurde. Wir sehen den Kampf darum, sich die eigenen Wurzeln zu erhalten und auf wie viele verschiedene Arten dies geschehen kann. Es ist ein sehr berührender Film (nicht nur ich brauchte zwischendrin immer mal ein Tempo), und einer der Mut macht.

www.whalerider.de
 

- Reviewed by Bixi Erhardt